Bei der diesjährigen Olympiade gehört das Rudern zu einer von 36 Sportarten.

Rudern ist seit 1900 eine olympische Disziplin. Das sportliche Rudern hat sich aus den Wettkämpfen der Fährleute auf der Themse entwickelt. Die erste Regatta wurde dort 1775 ausgetragen. 1839 traten die Universitäten Cambridge und Oxford das erste Mal im Achter-Rennen gegeneinander an. Die Begeisterung an den zwei Universitäten für den Rudersport hält bekanntlich bis heute an.

Seitdem gab es schon viele verschiedene Ruderdisziplinen, wie z.B. die phantasievolle Bootsklasse „Kriegsbarken“, die nach der Olympiade in Athen 1906 gestrichen wurde.

Deutschland führt mit 60 Gold-, 27 Silber- und 29 Bronzemedaillen die Nationenwertung an. Hierbei werden auch die Zahlen der BRD und DDR vor 1990 zusammen gezählt. Die erfolgreichste Deutsche ist Kathrin Boron, die zwischen 1992 und 2008 vier Goldmedaillen gewann.

Die Olympische Disziplin Rudern startet am 28. Juli und endet mit dem Finale am 4. August. Es treten 550 Athleten an, davon sind 197 Frauen und 353 Männer. Für Deutschland treten 53 Athleten in 15 Disziplinen an. Die Ruderstrecke befindet sich auf dem Dorney Lake, einem künstlich angelegten, rechteckigen See in der Nähe von Windsor und Eton. Bei allen Rennen wird über eine Distanz von 2000 m gerudert, acht Männer- und sechs Frauenwettkämpfe werden ausgetragen. 

Gerudert wird mit Skulls oder mit Riemen. Beim Scullen hat der Ruderer in jeder Hand ein ca. 3 m langes Ruder (Skull), beim Riemenrudern hält er einen ca. 3,80 m langes Ruder, den Riemen, mit beiden Händen, mit dem er entweder nur Steuerbord oder Backbord rudert. Wie gerudert wird hängt von der Disziplin ab.

Die Bootsklassen sind 1x, 2-, 2+, 2x, 4-, 4+, 4x und 8+.

So rudert beim Einer (1x) ein Sportler alleine mit rechts und links je einem Skull. Beim Zweier wird zu zweit mit je einem Riemen gerudert (es gibt den Zweier ohne (2-) oder mit Steuermann (2+).
Wird zu zweit mit je zwei Skulls gerudert, redet man vom Doppelzweier (2x), zu viert mit je einem Riemen von einem Vierer (mit (4+) und ohne (4-) Steuermann), zu viert mit je einem Paar Skulls von einem Doppelvierer (4x, ohne Steuermann). Und schließlich gibt es die schnellste Bootsklasse, den Achter mit Steuermann (8+), bei dem zu acht mit je einem Riemen gerudert wird.

Damit wäre auch die immer wiederkehrende Fangfrage geklärt: Im Achter sitzen neun Personen, von denen acht rudern!

Der deutsche Achter hat bisher dreimal die Goldmedaille gewonnen und wird als das deutsche Ruderflaggschiff bezeichnet.

Der Zeitplan der Ruderwettbewerbe sieht einen Start mit den Vorläufen vor, hier kommt das schnellste, bzw. ab 9 Rennteilnehmern die beiden schnellsten Boote weiter. Anschließend findet der Hoffnungslauf statt. Hier treten alle übrigen Teilnehmer nochmal an, der Sieger kann weiter am Turnier teilnehmen. Der Hoffnungslauf wurde bei Rennen mit K-O-System eingeführt.  Leistungsstarke Teilnehmer können aufgrund von variierenden Wettkampfbedingungen oder das zufällige Aufeinandertreffen auf andere starke Athleten in den Vorläufen frühzeitig aus dem Wettkampf ausscheiden. Um dies zu verhindern, finden die Hoffnungsläufe statt.  Ab dem 1. August werden die Medailenrennen ausgetragen.

Wir wünschen den Athleten viel Erfolg bei den  Olympischen Sommerspielen 2012!

 


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