Die meisten Menschen haben eine genaue Vorstellung von einem Kajak. Und eigentlich weiß auch jeder, was ein Kanu ist, oder? So einfach ist es aber nicht, denn ein Kajak ist ein Kanu und das, was umgangssprachlich als Kanu bezeichnet wird, ist eigentlich ein Kanadier. Und ein Kanadier ist auch ein Kanu. Alles klar? Nein? Wir versuchen es etwas zu entwirren.

Kanadier vs Kajak

Eigentlich ist es ganz einfach. Kanu dient als Oberbegriff der die Boote Kajak und Kanadier einschließt. Ein Kanu ist nämlich im weitesten Sinne ein Boot, in dem man mit Blickrichtung nach vorne sitzt und das man mit Paddeln bewegt. Der Deutsche Kanu-Verband hat 1920 die Kanus in Kajaks (K) und Canadier (C) eingeteilt.

Ein Kanadier ist meistens ein offenes Boot, in dem 2 bis 4 Personen Platz finden. Als Antriebsmittel dient zumeist ein Stechpaddel, das sich vom Doppelpaddel darin unterscheidet, dass er nur eine breite Seite hat, die ins Wasser ragt. Ein Stechpaddel sieht also aus wie eine Schaufel. Im Kanadier kann man sitzen oder knien, es ist ein geeignetes Boot zum Kanuwandern. Beim Kanuwandern wird meist auf ruhigen Gewässern gefahren.

Im Gegensatz zum Kajak ist der Kanadier kippstabiler und erleichtert durch seine zumeist offene Form das Ein- und Aussteigen. Zudem ist das Paddeln mit Stechpaddeln deutlich weniger anstrengend als mit Doppelpaddeln. Durch seine breitere Bauform läuft der Kanadier langsamer als das Kajak.

Kanadier gibt es aus Holz, Aluminium und Kunststoff, die Materialien unterscheiden sich bezüglich ihrer Robustheit, Ästhetik und des Gewichts. Leicht zu transportieren sind die Faltkanadier, die aus beschichtetem Segeltuch oder Planen und einem zusammenklappbaren Gestänge bestehen und Schlauchkanadier, aufblasbare Schlauchboote, die die Form eines Kanadiers haben.

Das Kajak ist ein oben stets geschlossenes Boot und verfügt nur über eine so genannte Sitzluke. Es kommt ursprünglich vom grönländischen Qajaq, den die Inuits für die Jagd genutzt haben. Es wird ausschließlich mit Doppelpaddeln gefahren und ist durch seine schmalere Bauform wendiger und schneller als der Kanadier.

Es gibt viele verschiedene Arten von Kajaks, wie z. B. das Seekajak, das sich durch seine schmale Form sowie geschwungenen Bug und Heck besonders gut zum Küstenwandern eignet. Mit dem Wanderkajak, das mit seinen bis zu 5 Metern viel Stauraum bietet, paddelt man auf Flüssen und Seen. Das Wildwasserkajak (auch als Rodeoboot bekannt) hingegen ist deutlich kürzer (ca. 2 Meter) und wendiger und dadurch perfekt für das Wildwasserfahren. Dann gibt es noch das Rennkajak was wiederum sehr lang (5 – 11 Meter) und schmal geschnitten ist und mit dem man dementsprechend eine beachtliche Geschwindigkeit von bis zu 25Km/h erreichen kann.

Der Kanusport bietet also eine Vielfalt an Möglichkeiten, seine Freizeit auf dem Wasser zu verbringen. Also genießt einfach die Natur, egal ob rasant oder gemütlich.


About the Author


Hinterlasse eine Antwort